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Ich weiss nicht, wann mir die Idee gekommen ist, in der genau heute Nacht vor drei Jahren (Karfreitag Nacht 2011) vollständig verbrannten Wohnung meiner Mutter eine temporäre Galerie aus der Asche entstehen zu lassen. Irgendwann letzten Herbst musste es gewesen sein, als meine Mutter, nachdem sie nach dem Brand 9 Monate bei uns, dann noch fast zwei Jahre in ihrer 'brandneuen' Wohnung gewohnt hatte, in eine Seniorenresidenz umzog. Wir kennen so viele sehr gute Künstlerinnen und Künstler und meine Intention ist es, einen Raum zu schaffen, wo sie ihre Werke präsentieren können. Meine Galerie sollte ein Ort sein, wo Kunst lebt, gefeiert wird, bewundert wird, anregt zu Neuem und ganz einfach: schön ist! Die Idee drehte und wendete sich in meinem Kopf, machte den Kopfstand, den Handstand, wurde verworfen, kam wieder, bis ich sie aussprach, und damit war die Galerie geboren!

Gezielt sprach ich meine Künstlerinnen und Künstler an und alle waren begeistert. Ein sehr guter Kenner der Szene bejahte meine Frage, ob ich das dürfe und meinte, es gebe viel Arbeit. Das habe ich unterdessen selber gemerkt, doch bis jetzt macht es Spass. Fünf Ausstellungen sind eingefädelt, Abendveranstaltungen werden geplant - dabei schwebt mir das vor, was einige mutige Frauen in der Romantik ins Leben gerufen haben: Literarische und philosophische Salons. Heute ist es zeitgemässer, von einem Forum zu sprechen, wo sich Interessierte zum gedanklichen Austausch treffen, und damit meine ich aber nicht nur ein Fachpublikum! Ich wünsche mir sowohl Besucherinnen und Besucher, die die Schwellenangst überwinden wollen, eine Galerie zu betreten als auch solche, die diese Schwellenangst nicht kennen. Ich wünsche mir, dass sich in meiner Galerie alle einlassen auf das, was sie sehen und hören. Wenn dann noch ein reger Austausch unter den Gästen stattfindet und sie alle beflügelt nach Hause zurück kehren, so habe ich mein Ziel erreicht. Und wenn ich Ende Dezember sagen kann, es sei schön gewesen und es sei schade, dass die Wohnung nun ihrem eigentlichen Zweck, dem Wohnen, wieder zugeführt werde, so bin ich mehr als zufrieden.

Theres Gautschi Hess

Theres Gautschi Hess